Loki
14.08.2006, 18:41
Spielzeug für Erwachsene ist schon was feines! Mit fast 30 Jahren fühlte ich mich wieder wie ein kleiner Pimpf kurz vor seinem Geburtstag. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass ich wusste was es gibt! Während ich mich mit Scorpion noch in Italien zum WW2-Living-History-Filmdreh befand und wir uns mit K98, MP40, MG42 und Kartoffelstampfern rumschlagen mussten, war fozzie so nett das M4A1 in Empfang zu nehmen und zu Verwahren. Also, kurz nach der Rückkehr ab zu fozzie...
"Warum ein M4? Das hat doch jeder...", werden sich jetzt viele Fragen. Ich bin 1976 geboren und ein Kind des Kalten Krieges. In meiner Jugend hat man viel mehr als heute in Gut und Böse unterschieden. Eine Waffe von der bösen Seite der Macht, würde für mich also nicht in Frage kommen. Die Varianten der AR15-Reihe haben für mich ein ganz eigenes Design und einen unvergleichlichen Widererkennungswert. Mein Interesse gilt schon lange den Einheiten des US SOCOM und so war die Wahl auf das M4 schnell gefallen.
Wie bei meinem MK23-Review, liegt die Realsteel-Version für dieses Review in meinem Tresor. Die Firma Oberlandarms baut in Lizenz eine M4-Version für Sportschützen, die mit dem WaffG nicht in Konflikt gerät. Dieses Modell heißt Oberlandarms OA15 M5 und der wesentliche Unterschied ist die Lauflänge und die fehlende Möglichkeit von FA. Der Lauf der OA15 M5 ist 2¼ Zoll länger als der M4-Lauf.
OK, sicherlich hinkt der Vergleich etwas, da es sich bei der Realsteel nicht um ein echtes M4 handelt und das ICS Colt M4A1 eine wirklich gute Kopie ist, aber ich hoffe Ihr sehr mir das nach. Das OA15 M5 ist zumindest das, was man in Deutschland als Sportschütze mit WBK (ohne Jagdschein) legal kaufen kann und dem M4 am ähnlichsten ist.
Waffenkonfiguration
Die ASG wurde bei unserem Sponsor Begadi gekauft. Das mitbestellte Zubehör war: ICS Handguard Rail, ICS Foregrip und eine GSG Montage für AR15. Als Akku kommt ein ICS Twin-Type-Akku 9,6V mit 1100 mAh zum Einsatz.
Als Zielhilfe zur Standardvisierung ist ein Unique Pointsight Replika (Aimpoint Nachbau) montiert. Als Trageriemen benutze ich meinen alten Blackhawk Tactical-Sling. Als Magazine kommen (fast) ausschließlich STAR MilSim-Magzine zum Einsatz.
Für die Special-Forces-Optik habe ich noch einen ICS QD-long Schalldämpfer und ein Budstock-Pouch von Specter.
Das OA15 M5 hat folgende Konfiguration:
Die Waffe ist mit einem VLTOR-Schubschaft und einem Match-Abzug ausgestattet. Als Montage für das Aimpoint Comp ML2 wird eine A.R.M.S. #16 A verwendet, um dieses auf dem Tragegriff zu montieren. Für Schüsse ab 200m Distanz habe ich noch ein Harris-Zweibein. Der Trageriemen ist eine Specter SOP-Sling. Als Magazine benutze ich umgebaute 20er Magazine, die nur noch zehn Schuss fassen können. Für die Fotos habe ich ein Magazin mit 30 Schuss Kapazität verwendet.
Mit der günstigen GSG-Montage als auch der teuren A.R.M.S.-Montage lässt sich die Standardvisierung (Kimme und Korn) weiterhin voll nutzen. Für die ASG hat das den Vorteil, das ich die Standardvisierung auf eine größere Entfernung justieren kann.
Um beiden Waffen noch einen unverwechselbaren Look zu verpassen, steht als Investition noch ein Ace M4 Socom Stock ins Haus. Das aber auch nicht sofort, andere Ausrüstung (z.B. besserer Funk mit robusteren Headsets) ist wichtiger.
http://www.astkm.de/bilder/review_ics-colt-m4a1/ics-m4a1_oa15-m5.jpg
Gewichte, Maße & der erste Eindruck
Was die Proportionen, Anordnung der Bedienteile und die Details angeht, gibt es bei der gesamten Waffe keinen Grund zu meckern. Alles ist da wo es hingehört und die einzelnen Teile sind sich zum verwechseln ähnlich. Nur der von ICS mitgelieferte Kornschlüssel ist ein Witz zum Originalteil, das ist aber auch das einzige was zu meckern gibt.
Kommen wir mal zu harten Fakten. Hier die Maße und Gewichte der einzelnen Teile ohne weitere Kommentar. Ich denke die Zahlen sprechen für sich.
Länge der Waffe (collapsed): 783 mm (ICS) | 843 mm (OA) | 760 mm (Colt)
Länge der Waffe (extended): 878 mm (ICS) | 903 mm (OA) | 840 mm (Colt)
Gewicht eines gefüllten Magazins: 96 g (STAR) | 450 g (Colt)
Immer wieder wurde der Handschutz an der ICS Colt M4A1 bemängelt. Aber darüber kann man geteilter Meinung sein. Farblich ist er so lala, wenn man mal fester zupackt, gibt er aber kein Geräusch von sich. Ohne Handschuhe fühlt er sich allerdings glatt und billig an. Irgendwann wird der mal gegen ein RIS/RAS ausgetauscht, aber nicht jetzt sofort.
Der ICS-Body ist im Vergleich zum OA-Gehäuse schon ziemlich grau. Das stört mich persönlich aber nicht weiter. Alle Teile sind sonst perfekt Verarbeitet und die Passform der einzelnen Bauteile ist gut.
Magazine & Munition
ICS liefert ein HigCap-Magazin mit der Waffe aus. Gebraucht habe ich mir noch ein Classic Army LowCap-Magazin gekauft. Da ich einen Hang zur Realitätsnähe habe, benutze ich aber fast nur die STAR MilSim-Magazine mit 30 Schuss Kapazität. Ein Magazin kostet hier ca. 6 € und liegt damit knapp unter dem Preisniveau der Realsteel-Magazine.
Je nach Zustand und Hersteller kann der Preis für ein AR15-Magazin aber noch deutlich steigen. Die 20er-Magazine (aus der Vietnam-Zeit bekannt) sind etwas teurer und wenn Sie dann noch von Colt hergestellt werden liegen Sie bei 20 bis 25 € pro Stück. Das ganz gute Zeug kommt dann mal wieder aus Deutschland, von Heckler & Koch. Für die HRM (High Reliable Magazine) von HK muss man dann bis zu 70 € pro Stück auf den Ladentresen legen.
http://www.astkm.de/bilder/review_ics-colt-m4a1/m4a1-magazine.jpg
Die ASG füttere ich nur mit BioBBs der Gewichtsklasse 0,25g. Einen spürbaren Unterschied bei den beiden bisher verwendeten Sorten: Bioval BioBBs braun und Super King BioBBs hell konnte ich nicht feststellen.
Die OA15 M5 bekam von mir in der Vergangenheit nur .223 Remington (5.56 x 45 mm - NATO-Standard) Munition Typ GP90. Das ist eine von Ruag für die Schweizer Armee hergestellte Patrone, mit der ich sehr gute Erfahrung bei Präzision und Funktion gemacht habe. Leider ist diese seit einiger Zeit nicht mehr zu bekommen, so dass ich mir eine andere Alternative suchen muss.
Ein wenig deprimierend ist nur ein Punkt: Das Kaliber der ASG ist größer als das der Realsteel-Version. Hier steht es 6 mm gegen 5,56 mm zugunsten der ICS Colt M4A1.
Schussleistung
Nach Justierung der Visierungen (Standard & Aimpoint) und ein wenig drehen am HopUp-Rädchen schießt das M4A1 dann auch dahin, wo man hinzielt.
Bei einer Entfernung von 16,5 m in einem geschlossenen Raum schießt das ICS M4A1 mit einem Streukreis von ca. 3 cm. Bei größerer Entfernung (45 m) und Umwelteinflüssen (Wind) wird dieser doch schon um einiges breiter und liegt bei ungefähr 25 cm.
Für das OA15 M5 sind das natürlich keine Entfernungen. Als Beispiel mal eine Scheibe, geschossen auf 100m Entfernung, liegend freihändig.
Dem ersten echten Einsatz musste sich die ASG-Shorty beim ASTKM-Training stellen. Unter allen Bedingungen funktionierte das M4 hervorragend und leistete Präzise seinen Dienst. Durch den montierten Foregrip kann man in der Bewegung die Waffe deutlich besser stabilisieren.
Zum Thema Tuning sage ich mal nichts, weil es mich nicht interessiert. Für mich steht weiterhin die Zuverlässigkeit und Präzision nicht die Joule-Zahl im Vordergrund.
Diverses
Fieldstripping bei ICS und OAEs gibt zwei kleine Features, die möchte ich nicht vorenthalten. Mir persönlich machen Sie ganz viel Freude.
Zum einen kann man das ICS Colt M4A1 aufklappen wie die original AR15. Meist Field-Stripping genannt. Einfach den hinteren Bolzen der Upper- und Lowerreceiver verbindet mit Kraft herausdrücken und das Gewehr nach vorne aufklappen. Wo in dem M5 sich Abzugssystem und Verschluss tummeln, schaut man bei dem ICS in die zweiteilige Gearbox.
http://www.astkm.de/bilder/review_ics-colt-m4a1/m4a1-fieldstrip.jpg
Das M4 hat über dem Patronenauswurf eine Staubschutzklappe. So auch das OA15 M5 und das ICS Colt M4A1. Wenn der Verschluss per Ladehebel nach hinten gezogen wird (oder wenn ein Schuss den Verschluss bewegt), öffnet sich diese um der leeren Patronenhülse den Weg nach draußen frei zu geben. Für ein ASG ist das Mangels leerer Hülsen nicht relevant. Trotzdem hat ICS dieses Feature eingebaut. Wenn man den Ladehebel nach hinten zieht, springt die Klappe mit dem typischen plaph auf und das Rädchen zur Verstellung des HopUps erscheint. Ich kann es einfach nicht lassen, bevor es los geht den Ladehebel zu ziehen.
Bei dem OA15 M5 ist die Aufnahme für die Sling unter dem Lauf, was mir persönlich nicht gefällt, da die Waffe sich so ständig nach rechts wegdreht und das Magazin irgendwo drückt. Aus diesem Grund hat das M5 auch die Specter-Sling verpasst bekommen, da diese den Anschlag nach links auf den Handschutz verlagert.
Das ICS Colt M4A1 hat serienmäßig die Aufnahme für die Sling links am Lauf bzw. Korn. Das ist ganz komfortabel und so konnte ich meine alte Blackhawk-Sling für die ASG benutzen.
Fazit
Mein OA15 M5 weiß ich seit nun zwei Jahren zu schätzen. Das AR15-Design mit dem kurzen Lauf und der für diese Lauflänge guten Präzision macht das Gewehr zu etwas besonderem. Ich habe bisher keinen einzigen Eurocent für das M5 bereut. Die vergleichbare Version von Sabre habe ich mir zwar angeschaut, aber beschlossen mein Geld lieber einer deutschen Firma zukommen zu lassen.
http://www.astkm.de/bilder/review_ics-colt-m4a1/m4a1-ready.jpg
Nach dem Kauf der TM SOCOM MK23 erwartete ich etwas ähnliches bei der ICS Colt M4A1. Wurde aber vollkommen überrascht. Ich hatte schon eine Menge Reviews gelesen, aber so gut habe ich mir eine ASG nicht vorgestellt. Beim Gewicht und Feeling ist zum M5 fast kein Unterschied spürbar. Nur beim Krümmen des rechte Zeigefingers ist zwischen den beiden Shortys ein wirklicher Unterschied festzustellen. Die M5 drückt sich sanft in die Schulter und der für die AR15-Reihe typische Sound ertönt. Bei der ICS Colt M4A1 hört man nur das Rattern der Gearbox und das fflaapp wenn der BB den Lauf verlässt.
Wer mich jetzt fragt ob ich die ASG empfehlen kann, dem sage ich ohne zu zögern: Kaufen, Kaufen, Kaufen!
Das M4A1 überzeugt durch vielen Details. Allein der billige Handschutz gibt ein klein wenig Grund zur Kritik.
Wer fragen dazu hat, kann mich gerne Ansprechen.
Dieses Review ist auf ASTKM.de (http://www.astkm.de) erschienen und darf ohne Genehmigung nicht weiterverwendet werden.
"Warum ein M4? Das hat doch jeder...", werden sich jetzt viele Fragen. Ich bin 1976 geboren und ein Kind des Kalten Krieges. In meiner Jugend hat man viel mehr als heute in Gut und Böse unterschieden. Eine Waffe von der bösen Seite der Macht, würde für mich also nicht in Frage kommen. Die Varianten der AR15-Reihe haben für mich ein ganz eigenes Design und einen unvergleichlichen Widererkennungswert. Mein Interesse gilt schon lange den Einheiten des US SOCOM und so war die Wahl auf das M4 schnell gefallen.
Wie bei meinem MK23-Review, liegt die Realsteel-Version für dieses Review in meinem Tresor. Die Firma Oberlandarms baut in Lizenz eine M4-Version für Sportschützen, die mit dem WaffG nicht in Konflikt gerät. Dieses Modell heißt Oberlandarms OA15 M5 und der wesentliche Unterschied ist die Lauflänge und die fehlende Möglichkeit von FA. Der Lauf der OA15 M5 ist 2¼ Zoll länger als der M4-Lauf.
OK, sicherlich hinkt der Vergleich etwas, da es sich bei der Realsteel nicht um ein echtes M4 handelt und das ICS Colt M4A1 eine wirklich gute Kopie ist, aber ich hoffe Ihr sehr mir das nach. Das OA15 M5 ist zumindest das, was man in Deutschland als Sportschütze mit WBK (ohne Jagdschein) legal kaufen kann und dem M4 am ähnlichsten ist.
Waffenkonfiguration
Die ASG wurde bei unserem Sponsor Begadi gekauft. Das mitbestellte Zubehör war: ICS Handguard Rail, ICS Foregrip und eine GSG Montage für AR15. Als Akku kommt ein ICS Twin-Type-Akku 9,6V mit 1100 mAh zum Einsatz.
Als Zielhilfe zur Standardvisierung ist ein Unique Pointsight Replika (Aimpoint Nachbau) montiert. Als Trageriemen benutze ich meinen alten Blackhawk Tactical-Sling. Als Magazine kommen (fast) ausschließlich STAR MilSim-Magzine zum Einsatz.
Für die Special-Forces-Optik habe ich noch einen ICS QD-long Schalldämpfer und ein Budstock-Pouch von Specter.
Das OA15 M5 hat folgende Konfiguration:
Die Waffe ist mit einem VLTOR-Schubschaft und einem Match-Abzug ausgestattet. Als Montage für das Aimpoint Comp ML2 wird eine A.R.M.S. #16 A verwendet, um dieses auf dem Tragegriff zu montieren. Für Schüsse ab 200m Distanz habe ich noch ein Harris-Zweibein. Der Trageriemen ist eine Specter SOP-Sling. Als Magazine benutze ich umgebaute 20er Magazine, die nur noch zehn Schuss fassen können. Für die Fotos habe ich ein Magazin mit 30 Schuss Kapazität verwendet.
Mit der günstigen GSG-Montage als auch der teuren A.R.M.S.-Montage lässt sich die Standardvisierung (Kimme und Korn) weiterhin voll nutzen. Für die ASG hat das den Vorteil, das ich die Standardvisierung auf eine größere Entfernung justieren kann.
Um beiden Waffen noch einen unverwechselbaren Look zu verpassen, steht als Investition noch ein Ace M4 Socom Stock ins Haus. Das aber auch nicht sofort, andere Ausrüstung (z.B. besserer Funk mit robusteren Headsets) ist wichtiger.
http://www.astkm.de/bilder/review_ics-colt-m4a1/ics-m4a1_oa15-m5.jpg
Gewichte, Maße & der erste Eindruck
Was die Proportionen, Anordnung der Bedienteile und die Details angeht, gibt es bei der gesamten Waffe keinen Grund zu meckern. Alles ist da wo es hingehört und die einzelnen Teile sind sich zum verwechseln ähnlich. Nur der von ICS mitgelieferte Kornschlüssel ist ein Witz zum Originalteil, das ist aber auch das einzige was zu meckern gibt.
Kommen wir mal zu harten Fakten. Hier die Maße und Gewichte der einzelnen Teile ohne weitere Kommentar. Ich denke die Zahlen sprechen für sich.
Länge der Waffe (collapsed): 783 mm (ICS) | 843 mm (OA) | 760 mm (Colt)
Länge der Waffe (extended): 878 mm (ICS) | 903 mm (OA) | 840 mm (Colt)
Gewicht eines gefüllten Magazins: 96 g (STAR) | 450 g (Colt)
Immer wieder wurde der Handschutz an der ICS Colt M4A1 bemängelt. Aber darüber kann man geteilter Meinung sein. Farblich ist er so lala, wenn man mal fester zupackt, gibt er aber kein Geräusch von sich. Ohne Handschuhe fühlt er sich allerdings glatt und billig an. Irgendwann wird der mal gegen ein RIS/RAS ausgetauscht, aber nicht jetzt sofort.
Der ICS-Body ist im Vergleich zum OA-Gehäuse schon ziemlich grau. Das stört mich persönlich aber nicht weiter. Alle Teile sind sonst perfekt Verarbeitet und die Passform der einzelnen Bauteile ist gut.
Magazine & Munition
ICS liefert ein HigCap-Magazin mit der Waffe aus. Gebraucht habe ich mir noch ein Classic Army LowCap-Magazin gekauft. Da ich einen Hang zur Realitätsnähe habe, benutze ich aber fast nur die STAR MilSim-Magazine mit 30 Schuss Kapazität. Ein Magazin kostet hier ca. 6 € und liegt damit knapp unter dem Preisniveau der Realsteel-Magazine.
Je nach Zustand und Hersteller kann der Preis für ein AR15-Magazin aber noch deutlich steigen. Die 20er-Magazine (aus der Vietnam-Zeit bekannt) sind etwas teurer und wenn Sie dann noch von Colt hergestellt werden liegen Sie bei 20 bis 25 € pro Stück. Das ganz gute Zeug kommt dann mal wieder aus Deutschland, von Heckler & Koch. Für die HRM (High Reliable Magazine) von HK muss man dann bis zu 70 € pro Stück auf den Ladentresen legen.
http://www.astkm.de/bilder/review_ics-colt-m4a1/m4a1-magazine.jpg
Die ASG füttere ich nur mit BioBBs der Gewichtsklasse 0,25g. Einen spürbaren Unterschied bei den beiden bisher verwendeten Sorten: Bioval BioBBs braun und Super King BioBBs hell konnte ich nicht feststellen.
Die OA15 M5 bekam von mir in der Vergangenheit nur .223 Remington (5.56 x 45 mm - NATO-Standard) Munition Typ GP90. Das ist eine von Ruag für die Schweizer Armee hergestellte Patrone, mit der ich sehr gute Erfahrung bei Präzision und Funktion gemacht habe. Leider ist diese seit einiger Zeit nicht mehr zu bekommen, so dass ich mir eine andere Alternative suchen muss.
Ein wenig deprimierend ist nur ein Punkt: Das Kaliber der ASG ist größer als das der Realsteel-Version. Hier steht es 6 mm gegen 5,56 mm zugunsten der ICS Colt M4A1.
Schussleistung
Nach Justierung der Visierungen (Standard & Aimpoint) und ein wenig drehen am HopUp-Rädchen schießt das M4A1 dann auch dahin, wo man hinzielt.
Bei einer Entfernung von 16,5 m in einem geschlossenen Raum schießt das ICS M4A1 mit einem Streukreis von ca. 3 cm. Bei größerer Entfernung (45 m) und Umwelteinflüssen (Wind) wird dieser doch schon um einiges breiter und liegt bei ungefähr 25 cm.
Für das OA15 M5 sind das natürlich keine Entfernungen. Als Beispiel mal eine Scheibe, geschossen auf 100m Entfernung, liegend freihändig.
Dem ersten echten Einsatz musste sich die ASG-Shorty beim ASTKM-Training stellen. Unter allen Bedingungen funktionierte das M4 hervorragend und leistete Präzise seinen Dienst. Durch den montierten Foregrip kann man in der Bewegung die Waffe deutlich besser stabilisieren.
Zum Thema Tuning sage ich mal nichts, weil es mich nicht interessiert. Für mich steht weiterhin die Zuverlässigkeit und Präzision nicht die Joule-Zahl im Vordergrund.
Diverses
Fieldstripping bei ICS und OAEs gibt zwei kleine Features, die möchte ich nicht vorenthalten. Mir persönlich machen Sie ganz viel Freude.
Zum einen kann man das ICS Colt M4A1 aufklappen wie die original AR15. Meist Field-Stripping genannt. Einfach den hinteren Bolzen der Upper- und Lowerreceiver verbindet mit Kraft herausdrücken und das Gewehr nach vorne aufklappen. Wo in dem M5 sich Abzugssystem und Verschluss tummeln, schaut man bei dem ICS in die zweiteilige Gearbox.
http://www.astkm.de/bilder/review_ics-colt-m4a1/m4a1-fieldstrip.jpg
Das M4 hat über dem Patronenauswurf eine Staubschutzklappe. So auch das OA15 M5 und das ICS Colt M4A1. Wenn der Verschluss per Ladehebel nach hinten gezogen wird (oder wenn ein Schuss den Verschluss bewegt), öffnet sich diese um der leeren Patronenhülse den Weg nach draußen frei zu geben. Für ein ASG ist das Mangels leerer Hülsen nicht relevant. Trotzdem hat ICS dieses Feature eingebaut. Wenn man den Ladehebel nach hinten zieht, springt die Klappe mit dem typischen plaph auf und das Rädchen zur Verstellung des HopUps erscheint. Ich kann es einfach nicht lassen, bevor es los geht den Ladehebel zu ziehen.
Bei dem OA15 M5 ist die Aufnahme für die Sling unter dem Lauf, was mir persönlich nicht gefällt, da die Waffe sich so ständig nach rechts wegdreht und das Magazin irgendwo drückt. Aus diesem Grund hat das M5 auch die Specter-Sling verpasst bekommen, da diese den Anschlag nach links auf den Handschutz verlagert.
Das ICS Colt M4A1 hat serienmäßig die Aufnahme für die Sling links am Lauf bzw. Korn. Das ist ganz komfortabel und so konnte ich meine alte Blackhawk-Sling für die ASG benutzen.
Fazit
Mein OA15 M5 weiß ich seit nun zwei Jahren zu schätzen. Das AR15-Design mit dem kurzen Lauf und der für diese Lauflänge guten Präzision macht das Gewehr zu etwas besonderem. Ich habe bisher keinen einzigen Eurocent für das M5 bereut. Die vergleichbare Version von Sabre habe ich mir zwar angeschaut, aber beschlossen mein Geld lieber einer deutschen Firma zukommen zu lassen.
http://www.astkm.de/bilder/review_ics-colt-m4a1/m4a1-ready.jpg
Nach dem Kauf der TM SOCOM MK23 erwartete ich etwas ähnliches bei der ICS Colt M4A1. Wurde aber vollkommen überrascht. Ich hatte schon eine Menge Reviews gelesen, aber so gut habe ich mir eine ASG nicht vorgestellt. Beim Gewicht und Feeling ist zum M5 fast kein Unterschied spürbar. Nur beim Krümmen des rechte Zeigefingers ist zwischen den beiden Shortys ein wirklicher Unterschied festzustellen. Die M5 drückt sich sanft in die Schulter und der für die AR15-Reihe typische Sound ertönt. Bei der ICS Colt M4A1 hört man nur das Rattern der Gearbox und das fflaapp wenn der BB den Lauf verlässt.
Wer mich jetzt fragt ob ich die ASG empfehlen kann, dem sage ich ohne zu zögern: Kaufen, Kaufen, Kaufen!
Das M4A1 überzeugt durch vielen Details. Allein der billige Handschutz gibt ein klein wenig Grund zur Kritik.
Wer fragen dazu hat, kann mich gerne Ansprechen.
Dieses Review ist auf ASTKM.de (http://www.astkm.de) erschienen und darf ohne Genehmigung nicht weiterverwendet werden.